Düsseldorf. Die Ministerin ist gut präpariert. Flankiert von ihren Pressesprechern, sitzt Roswitha Müller-Piepenkötter am Besprechungstisch in ihrem Büro im Düsseldorfer Justizministerium und hat viele Fakten gleich schwarz auf weiß parat.
Aachen. Die Garantie kommt aus dem Munde der obersten Dienstherrin: «In jedem Fall brauchen die Bediensteten in der Aachener Justizvollzugsanstalt nicht zu befürchten, dass weiter Personal abgebaut wird», verspricht NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) im exklusiven Gespräch mit der Aachener Zeitung.
Aachen. Der Aachener Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff hatte offenbar schon vor der Flucht aus der Aachener JVA Ende November eine Gaspistole in seiner Zelle. Direkt nach dem Ausbruch, bei dem er und Peter Paul Michalski zwei weitere Schusswaffen an sich brachten, warf er diese weg.
Aachen. Knapp zwei Wochen nach der spektakulären Flucht zweier Schwerverbrecher ist man in der Aachener Justizvollzugsanstalt noch weit von so etwas wie Normalität entfernt. Immerhin ermittelt die Staatsanwaltschaft nach wie vor auch hinter Gittern – gegen die Ausbrecher und gegen den festgenommenen 40-jährigen JVA-Beamten – und hat dabei laut Insidern schon etliche Personen vernommen und manche Abteilung «umgekrempelt».
Aachen. Seit wann saß nur einer an der Pforte des Aachener Gefängnisses? Müller-Piepenkötter sprach nach dem Ausbruch von 2003, bestätigt aber nun Informationen unserer Zeitung, «dass das unzutreffend ist».
Aachen. Die Vorgänge um die Justizvollzugsanstalt Aachen werden immer dubioser. Und dabei geht es längst um mehr als «nur» den Ausbruch der Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski.
Aachen. Die Ermittlungen in der JVA Aachen einige Tage vor dem Ausbruch der Verbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski richteten sich definitiv gegen denselben 40-Jährigen, der wegen des Verdachts der Befreiung der beiden Häftlinge jetzt in U-Haft sitzt. Das ist der AZ gestern aus sicherer Quelle bestätigt worden.
Aachen. Ein Beamter der Justizvollzugsanstalt Aachen ist bereits einige Zeit vor dem spektakulären Ausbruch von Peter Paul Michalski und Michael Heckhoff ins Visier der Aachener Staatsanwaltschaft geraten.
Düsseldorf/Aachen. Das Schreiben ist anonym, aber gleichwohl authentisch. Es stammt von einem Aachener JVA-Beamten, der – wie er der AZ gegenüber sagt – nicht mehr weiter weiß mit seinen beiden Chefinnen.
Düsseldorf/Aachen. Wer sich eine Woche intensiv mit dem Thema Gefängnis beschäftigt hat und dann die Sondersitzung des Landesrechtsausschusses zum Ausbruch aus der Aachener JVA miterleben durfte, der weiß: Parallelwelten gibt es nicht nur im Science-Fiction-Film.