Von Oliver Schmetz und Stephan Mohne
01.11.2009, 16:45
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Aachen. Zwischen dem alten Mann und den vorbeimarschierenden Rechtsradikalen liegen gerade einmal ein paar Schritte. So nah wie in diesem Moment am Bahnhofsplatz werden sich Demonstranten und Gegendemonstranten an diesem Samstag in der Aachener City nicht mehr kommen.
Dafür sorgt die Polizei.
Aber Walter Rossbach drängen die Polizisten nicht weiter zurück. Von ihm geht ja auch nicht die Gefahr einer Gewalttat aus. Er hält den Neonazis nur seine Meinung unter die Nase. «Wir sind Aachen, Nazis sind es nicht», steht auf dem großen Plakat, dass er in die Höhe reckt.
«Ich war selbst ein begeisterter Hitlerjunge», erinnert sich der 78-Jährige an seine Kindheit im Dritten Reich. «Erst nach dem Krieg habe ich gemerkt, wie sehr man uns belogen hatte. Seitdem bin ich ein überzeugter Antifaschist.»
Laute Hassparolen
Viele der genau 83 Teilnehmer der rechtsradikalen Demo sind nur ein paar Jahre älter, als Walter Rossbach es damals war. Und sie gehorchen ihren heutigen Anführern offenbar ähnlich gut wie seinerzeit die Hitlerjungen: In zwei Gruppen aufgeteilt, getrennt von einem Wagen mit Megaphon, ziehen sie durch die Stadt und skandieren laute Hassparolen.
Auf der Theaterstraße sind sie dabei fast unter sich - sieht man einmal von dem Großaufgebot der Polizei ab, das das rechte Häuflein begleitet. Die große Verkehrsader ist abgebunden, alle Seitenstraßen blockiert. «Nazis raus», schallt es der Demo immer wieder von den Gegendemonstranten hinter den Polizeiabsperrungen entgegen.