Lokal & Regional / Aachen

Einsatz für Integration und Menschenrechte

Von Nadine Preller 07.01.2010, 16:49

Aachen. Es gibt Helden, die agieren im Verborgenen. Nur wenige wissen um ihr Engagement, oft ist den tatenvollen Männern und Frauen ihr uneigennütziges Handeln selbst nicht bewusst. Und dann gibt es Tage, da rücken diese Menschen in den Blickwinkel der Öffentlichkeit, wie bei der Verleihung des «Stille-Helden-Preises» durch den Verein Eurotürk.


Die deutsch-türkische Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenseitige Verständnis beider Kulturen zu stärken und zu fördern. «Mit dem Preis ehren wir seit sechs Jahren Menschen, die sich um die Integration ausländischer Mitbürger bemühen», erklärt Reiner Bertrand, Geschäftsführer von Eurotürk. «Alle Preisträger wirken im Stillen. Wir wollen, dass ihr Engagement öffentlich bekannt wird.»

Das Kuratorium von Eurotürk hatte lange debattiert, viele gab es, die für die Auszeichnung in Frage kamen. Letzten Endes fiel die Entscheidung auf Petra Sauerland, Integrationsbeauftragte und Lehrerin am Paul-Julius-Reuter Berufskolleg. «Sauerland versucht, den anderen Kulturkreis nicht als Mangel, sondern Chance zu begreifen», sagte Bertrand. Dass die Fächer Wirtschaftstürkisch und Wirtschaftsrussisch am Kolleg unterrichtet würden, sei mit ihr Verdienst. Sauerland initiiere Kurse zur Verbesserung der Deutschkenntnisse von Migranten, unterstütze und animiere deutsche Schüler zu Auslandspraktika in der Türkei.

Zudem setze sich die Lehrerin erfolgreich für die Verhinderung des für Menschen und Umwelt gefährlichen Goldabbaus in der Türkei ein. Darüber hinaus war sie tätig für die Aktion «Fair Flowers» und kämpfte für würdevolle Bedingungen der Arbeiter in der Blumenproduktion in Afrika und Südamerika.

Jetzt erhielt Sauerland den «Stille-Helden-Preis» im Bürgerzentrum Aachen-Ost. Anlässlich des türkischen Nationalfeiertags hatte Hans-Josef Thouet, Honorarkonsul der Republik Türkei, viele hochrangige deutsche und türkische Gäste zu der Veranstaltung geladen. Dass der 9. November ein schicksalsträchtiger Tag in jeder Hinsicht sei, unterstrich Thouet ganz besonders und erinnerte neben dem Nationalfeiertag auch an den Mauerfall und die Reichspogromnacht. «Der historische Bezug dieser Tage sollte uns allen ein mahnendes Datum im Hinblick auf Integration und ein friedliches Miteinander sein», betonte der Honorarkonsul. «Räumen wir mit Missverständnissen auf, lernen wir uns einander kennen, um in eine besser Zukunft zu starten.»



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