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Zauberwürfel-Meisterschaft: Der Beste braucht sieben Sekunden
Von Nina Krüsmann
In den vergangenen Jahren erlebte das faszinierende Geduldsspiel ein Revival, das seines gleichen sucht. Doch während normale Spieler zunächst mühsam nach der Lösung für den in mehrere Richtungen verdrehten Würfel suchen, geht es bei den «Speedcubern» allein um den sportlichen Gedanken und darum, diese Aufgabe ganz schnell zu lösen.
Die Wettbewerbsteilnehmer sind Würfel-Fans, die eigene Lösungen gefunden haben, um den Würfel mit 45 bis 60 Umdrehungen zu lösen. Dabei kommt es vor allem auf die Fingerfertigkeit und das Verinnerlichen vieler Zugfolgen an, um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen. Für die reibungslose Organisation des Würfel-Events sorgen zehn Mathematik-Studenten, die natürlich auch selbst begeisterte Würfel-Künstler sind. «Unser Engagement ist komplett ehrenamtlich, das würden wir nicht machen, wenn wir nicht mit riesigem Spaß bei der Sache wären», sagt Organisator Florian Weingarten, Mathematikstudent im vierten Semester. Unterstützung erfahren die Studenten von Prof. Aloys Krieg vom Lehrstuhl A für Mathematik (Analysis und Zahlentheorie) der RWTH-Aachen. «Natürlich bedeutet das nicht, dass Erfolge im Speedcubing nur für Mathematiker möglich sind, im Gegenteil. Wir haben hier Teilnehmer vom sechsjährigen Kind bis zum Rentner und jeder hat die gleiche Chance», sagen die Organisatoren. In insgesamt 19 verschiedenen Disziplinen messen sich die Teilnehmer aus 15 verschiedenen Nationen. Gefragt ist das Lösen von 3x3x3 bis 7x7x7-Würfeln. Besonderes Highlight ist die Disziplin «blindfolded», bei der die Teilnehmer den Zauberwürfel zunächst memorisieren und danach mit geschlossenen Augen lösen. Zeiten unter einer Minute gelten als gute Leistung, Ziel ist, die Anzahl der Züge möglichst zu reduzieren - 20 Züge gelten aktuell als «Gottes Zahl». Das ist keine leichte Aufgabe, denn für die Kombination der Farbelder gibt es schier unendlich viele Möglichkeiten. Den Weltrekord zum normalen Lösen eines 3x3x3-Würfels hält momentan der 20-jährige Niederländer Erik Akkersdijk mit 7,08 Sekunden. «Das Schönste ist, dass ich so viele verschiedene Länder besuchen kann und so viele Menschen treffe», sagt der Weltrekordhalter, der sich auf internationalen Wettkämpfen mit anderen Begeisterten misst. «Auch wenn wir uns bei den Wettbewerben zum ersten Mal treffen, verbindet uns alle eine faszinierende Freundschaft», betont Ron van Bruchem, Gründer des Würfel-Fanclubs «World Cube Association».
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