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«Actor´s Nausea»: Shakespeare zum Jubiläum
Von Sabine Busse
Es ist Probenzeit im Anglistischen Institut der RWTH. Die jungen Leute üben gerade mit viel Engagement eine Szene aus dem «Sommernachtstraum» - in einer leicht modernisierten Fassung.
Warum ausgerechnet Shakespeare? «Das musste zum Jubiläum einfach sein!», sagt Ben Sonntag. «Das Stück hat viel Komik und ist mit seinen vielen weiblichen Rollen für uns ideal.» Der Anglistikstudent ist als Schauspieler bei «Actor´s Nausea» aktiv und bereitet gerade die Aufführung im Jubiläumsjahr der studentischen Theatergruppe vor, die vor zehn Jahren das erste Stück in englischer Sprache auf die Bühne brachte. Damals war die szenische Beschäftigung mit Originaltexten als Sprachkurs ins Leben gerufen worden. Heute genießt die Theatergruppe sowohl bei den Zuschauern als auch den Aktiven Kultstatus. Der seltsame Name, der übersetzt «Schauspielers Übelkeit» heißt, entstand bei der Suche nach dem Äquivalent für «Lampenfieber». Ihre Version fanden die Gründer eigentlich noch passender: nicht perfekt und ein bisschen schräg. Mittlerweile ist es laut geworden im Probenraum. Shakespeares Verwirrspiel um verliebte Pärchen und machtvolle Patriarchen, das durch übersinnliche Kräfte und Feen verkompliziert wird, verlangt vollen schauspielerischen Einsatz. Zum Beispiel, wenn die Laienspielgruppe, die im Stück das eigene Genre parodiert, zum Zuge kommt. Das überspitzte Liebesdrama gelingt den Studenten so treffend, dass die zuschauenden Kommilitonen spontanen Szenenapplaus beisteuern. Alle sind mit Feuereifer am Werk und arbeiten auf den 28. Januar hin, wenn «A Midsummer Night´s Dream» im Space des Ludwig-Forums Premiere hat. Auch Sarah Bingham amüsiert die sprichwörtliche Spielfreude ihrer Truppe. Sie macht sich dauernd Notizen, um die letzten Fehler bei den verbleibenden Proben noch ausmerzen zu können. Die Dozentin hat in ihrer Heimat, den USA, Theaterwissenschaften studiert und führt jetzt bei dem sechsten Stück der Gruppe Regie. Das bedeutet für sie viele Stunden Vorbereitung, Proben und Organisieren. Auch die Gruppenmitglieder investieren viel Zeit: Sie müssen ihren Text lernen, an zwei Proben pro Woche teilnehmen und sich um die Kostüme und das Bühnenbild kümmern. Finanzielle Unterstützung leistet das Institut für Anglistik, da trotz des ehrenamtlichen Engagements die Aufführungen kaum kostenneutral zu verwirklichen sind. Der Arbeitsaufwand schreckt die Studierenden, die mittlerweile auch aus anderen Fachrichtungen der Uni kommen, aber nicht. Im Gegenteil: Die Gruppe kann sich über stetigen Zulauf freuen. «Es macht allen großen Spaß», versichert Ben Sonntag. Er ist schon wieder auf dem Sprung, denn er kümmert sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit und die Raummiete. Die Frage nach der Souffleuse hat er vorher noch schnell verneint. «Wir müssen ohne auskommen. Das klappt durch intensive Zusammenarbeit und das Vertrauen, dass die anderen einspringen, wenn man einen Texthänger hat, sehr gut.» Also werden die Mitglieder von «Actor´s Nausea» in ihrem zehnten Jahr wieder Lampenfieber haben, aber auch den Shakespeare ohne Übelkeit gelungen präsentieren.
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