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Gottlose Sprüche sind für die Aseag tabu
Von Gerald Eimer
Aachen. Was in London möglich ist, sollte auch in Deutschland machbar sein: In Abwandlung des Spruchs «There is probably no God», der seit längerem auf Londoner Bussen für Aufsehen sorgt, sollen auch in deutschen Städten Busse mit der Aussage «Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott» durch die Straßen rollen.
Dafür macht sich die Initiative «buskampagne.de» stark, die auch hierzulande für eine nichtreligiöse Weltsicht werben will.
Bislang stößt sie jedoch bei allen angefragten Nahverkehrsbetrieben auf Ablehnung. In Aachen würde es der Initiative nicht anders ergehen. Noch liege eine Anfrage jedoch nicht vor, erklärte Aseag-Pressesprecherin Anne Linden am Montag. Politische und religiöse Werbung würde jedoch grundsätzlich abgelehnt, ebenso jegliche Werbung, die gegen den «allgemeinen öffentlichen Geschmack» verstoße, heißt die Grundregel bei der Aseag. Da aber alles immer auch Auslegungssache ist, seien Ausnahmen denkbar. Beispiel: Für die «Nacht der offenen Kirchen» wird geworben, «weil es sich um eine Veranstaltung handelt», so Linden - noch dazu um eine, an der die Aseag mit einem Shuttledienst beteiligt ist. Mit derlei Ausnahmen werden die Atheisten bislang stets konfrontiert. So wollten sie zunächst in Berlin drei Linienbusse drei Monate lang mit ihrer gottlosen Werbung fahren lassen. Doch sie erhielten dort eine Absage genau wie in München, Bremen, Leipzig, Regensburg, Stuttgart, Hamburg und zahlreichen weiteren Städten. Die Begründung ist stets, dass weltanschauliche Werbung nicht zugelassen werde. Dabei würden auch in Berlin U-Bahnen mit Sprüchen wie «Jesus liebt dich» unterwegs sein. In Dortmund fahre derzeit gar ein Bus mit der Aufschrift «Keine Sorge, es gibt Gott! Also schönen Tag» durch die Stadt, wie die Mitglieder der Initiative registrieren. Provinzposse Die Absagen betrachten sie als deutsche Provinzposse. «Wer hat Angst vor der Buskampagne? (... oder doch eher vor der Kirche?)», fragen sie und kündigen zugleich an, an der durch Spenden finanzierten Kampagne unbedingt festhalten zu wollen. Man wolle mit einer «fröhlichen Botschaft» in einen «dogmenfreien Frühling» starten. «Immerhin sind 30 Prozent der Deutschen ohne Konfession», erklärt Philipp Möller, einer der Sprecher, in der «Süddeutschen Zeitung». Mit weiteren Sprüchen wie «Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben» und «Werte sind menschlich - auf uns kommt es an» wolle man Nicht-Religiösen, Agnostikern und Atheisten zeigen, dass sie nicht alleine sind. Zu den Initiatoren der atheistischen Buskampagne in London gehört der Autor Richard Dawkins («Der Gotteswahn»). Kopiert wurde sie inzwischen in weiteren europäischen Ländern. Sollten die deutschen Atheisten weiterhin an den Verkehrsbetrieben scheitern, seien auch Plakataktionen denkbar, kündigen sie an.
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