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Vor der Haustür lauerten die Angreifer
Von Gerald Eimer
Aachen. Zwei gewalttätige Attacken auf mehrere junge Erwachsene geben der Polizei Rätsel auf. Bei den Angriffen in den frühen Morgenstunden am Samstag wurden insgesamt sechs Menschen verletzt.
Einige Anzeichen sprechen dafür, dass Neonazis für die Überfälle verantwortlich sind. Die Polizei hat Strafverfahren eingeleitet, genauere Angaben zu den Tätern kann sie derzeit aber noch nicht machen.
Der erste Angriff erfolgte gegen 3 Uhr früh vor einem Haus am Seilgraben. Als drei Männer das Haus verlassen wollten, wurden sie unvermittelt von einer größeren Gruppe angegriffen. Die Polizei spricht von fünf bis sechs Angreifern, andere Augenzeugen nennen bis zu 15 vermummte Personen. Mit Pflastersteinen, Flaschen und Pfefferspray gingen sie auf die Dreiergruppe los. Zwei der Angegriffenen konnten sich wieder ins Haus zurückziehen, einer versuchte über die Straße zu fliehen. Er wurde jedoch eingeholt, zu Boden gerissen und brutal geschlagen und getreten. Erst als seine Begleiter und weitere Passanten ihm zu Hilfe eilten, ließen die Angreifer von ihm ab. Strategisch postiert Der Mann musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Drei weitere Personen erlitten Reizungen durch Pfefferspray, sie mussten ebenfalls ärztlich behandelt werden. Die Hintergründe der Tat sind für die Polizei noch unklar. Hausbewohner sind jedoch überzeugt, dass Neonazis hinter dem Überfall stecken. Die Angreifer sollen sich Augenzeugenberichten zufolge strategisch an dem Haus postiert haben, in dem vorwiegend jüngere Leute aus dem alternativen Milieu leben. Aus ihrer Sicht ist es nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass die Angegriffenen keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten haben. Kürzlich sollen Aufkleber der Kameradschaft Aachener Land mit der Aufschrift «Run, left scum» («Renn, linker Abschaum») an der Haustür geklebt haben. Bereits Ende Januar sollen Hausbewohner von Neonazis bedroht worden sein. Nach Augenzeugenberichten haben sie damals die Glasscheibe der Haustür eingeschlagen. Rechte Parole Zu der zweiten Attacke kam es kurz vor 6 Uhr am Holzgraben. Vier junge Männer skandierten dort laut Polizei eine rechtsgerichtete Parole, woraufhin es zu einer Auseinandersetzung mit zwei anderen jungen Männern kam. Auch dort setzte ein Beteiligter aus der Vierergruppe Pfefferspray ein. Die beiden Attackierten erlitten Augenreizungen und mussten ärztlich versorgt werden. Die vier Angreifer, bei denen es sich laut Augenzeugen um Neonazis handeln soll, flüchteten. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Houba wird auch geprüft, ob es sich in beiden Fällen möglicherweise um dieselben Täter handelt.
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