Lokal & Regional / Aachen

Couven-Gymnasium plant «Profilklasse» für Informatik

Von Martina Stöhr 01.07.2009, 17:30

Aachen. «Wir müssen auf die Suche der Wirtschaft nach Fachkräften reagieren», meint Frajo Ligmann, Informatiklehrer am Couven-Gymnasium. Und wenn sich Aachen schon «Stadt der Wissenschaft» nenne, müsse es auch an den Schulen entsprechende Angebote geben.


Das Couven-Gymnasium will deshalb jetzt schon in der Klasse 5 eine Spezialisierung auf die sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ermöglichen.

Vor allem die Mädchen seien in diesem frühen Alter noch für Fächer wie Informatik zu begeistern, meint Ligmann. Sie mit ins Boot zu nehmen ist sein spezielles Anliegen. Denn auch heute noch seien Mädchen in Informatik-, Physik- oder Mathematik-Leistungskursen die Minderheit.

Acua Minou Siripagno (11) und Leya Küsters (11) stehen mit anderen Mädchen in der Aula auf der Bühne und zeigen, was sie bei einem zweitägigen Workshop in Kooperation mit der RWTH gelernt haben. Sie haben Lego-Roboter programmiert, und die weichen jetzt Hindernissen aus, reagieren auf Geräusche oder bewegen sich synchron nach einer vorher festgelegten Choreografie.

«Das hat richtig Spaß gemacht», meint die elfjährige Acua. Sie könne sich durchaus vorstellen, einen Schwerpunkt auf die Informatik zu legen, sagt sie. Ihr Ehrgeiz ist geweckt, auch wenn das Programmieren viel Geduld erfordere und es enttäuschend sei, wenn etwas nicht so funktioniere wie geplant. «Oft dauert es schon eine Weile, bevor man den Fehler gefunden hat», sagt sie.

Acua und Leya sind ideale Kandidatinnen für die geplante «Profilklasse» am Couven. Vergleichbar mit dem bilingualen Zweig sollen die Jungen und Mädchen dort verstärkt in der Informatik und dem naturwissenschaftlichen Bereich unterrichtet werden. In regelmäßigen Workshops werden sie sich ganz intensiv mit entsprechenden Aufgaben befassen.

Das Couven baut damit seine Ausrichtung auf Naturwissenschaften und Informatik weiter aus. Schon heute ist das Gymnasium laut Sigmann das einzige im Umkreis von 40 Kilometern, das einen Informatik-Leistungskurs anbietet. Darüber hinaus will die Schule künftig verstärkt mit der RWTH zusammenarbeiten. Das Couven wird dabei laut Sigmann Themen vorschlagen, die Studenten erarbeiten dann Projekttage und begleiten die Schüler dabei.

«So eine Zusammenarbeit ist ein Riesengewinn für beide Seiten», sagt Sigmann. Zudem sollen die Schüler die Chance bekommen, an Wettbewerben der Universität teilzunehmen und sogar Seminarscheine zu erwerben. Schon heute vermittelt das Couven Schüler an die Fachhochschule. Die Ausbildung zum «mathematisch-technischen Software-Entwickler» etwa sei eine interessante Alternative zum Studium, meint Sigmann.

Er ist überzeugt, dass auch Mädchen für Fächer wie Informatik zu begeistern sind. Dorothea Dahl jedenfalls war mit Enthusiasmus dabei, als sie und ihre Mitschüler aus der Jahrgangsstufe 9 im Workshop mit den Lego-Robotern arbeiteten. Das Programmieren am Computer fand sie spannend. «Das hat mich eigentlich schon immer interessiert», sagt sie.



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