Düsseldorf. Das Jahr 2008 war schwierig für Franjo und Verona Pooth. Zivilprozesse, Hausdurchsuchungen und schwere Vorwürfe sorgten dafür, dass beide nach der Pleite der Pooth-Firma «Maxfield» immer wieder in den Negativ-Schlagzeilen standen. Jetzt könnte sich die Lage noch verschärfen.
Die Ermittlungen bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft stehen kurz vor dem Abschluss, schon in wenigen Tagen könnte gegen Franjo Pooth Anklage wegen Insolvenzverschleppung und Bestechung erhoben werden. Zuständig für die Ermittlungen ist Staatsanwalt Jochen Götte. «Wir gehen davon aus, dass wir in Kürze eine Abschlussentscheidung präsentieren können», sagte Götte auf ddp-Anfrage: «Auch die Ermittlungen gegen die Beschuldigten aufseiten der Stadtsparkasse Düsseldorf stehen vor dem Abschluss. Hier könnte es sein, dass in drei bis vier Wochen Anklage erhoben wird.»
Gegen Ehefrau Verona wurden dagegen keine Ermittlungen geführt. Die früheren Sparkassen-Spitzenmanager Heinz-Martin Humme und Karl-Heinz Stiegemann sollen Pooth und Maxfield weitere millionenschwere Kredite bewilligt haben, obwohl sich die Firma angeblich längst in einer erheblichen finanziellen Schieflage befand. Im Gegenzug sollen sie von Franjo Pooth mit großzügigen Geschenken wie Fernsehern oder einer Hifi-Anlage bedacht worden sein.
Gegen sie wird wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt. Bevor es zur Anklageerhebung sowohl gegen Pooth als auch gegen die beiden Ex-Sparkassen-Vorstandsmitglieder kommt, eröffnet das Düsseldorfer Landgericht am Dienstag allerdings noch zunächst einen weiteren «Nebenkriegsschauplatz». Ein «Trittbrettfahrer» der Pooth-Affäre muss sich wegen Betrugs und Erpressung verantworten. «Der 56jährige Mann aus Aachen soll sich als eine Art Retter in der Not aufgespielt haben», sagt Landgerichts-Sprecherin Christina Schuster.
Nach Bekanntwerden der Millionenpleite der MP3-Player-Firma Maxfield habe er sich gemeldet und behauptet, er vertrete solvente Investoren aus den USA, die der Pooth-Firma unter die Arme greifen wollten.