Nachrichten / Politik

Friedensnetzwerke fordern Waffenstillstand in Kundus

(epd) 31.07.2009, 14:01

Aachen. Friedensinitiativen in Deutschland und Afghanistan appellieren an die Bundesregierung, sich um einen Waffenstillstand in der afghanischen Provinz Kundus zu bemühen.


Ein regionaler Waffenstillstand würde das Leben von Soldaten, Aufständischen und Zivilisten retten, erklärten das deutsche Netwerk «Kooperation für den Frieden» und die Nationale Friedens-Jirga Afghanistans am Freitag in Aachen.

Eine solche Vereinbarung war vor kurzem in der Provinz Badghis zwischen afghanischer Regierung und Taliban geschlossen worden. In Kundus unterhält die Bundeswehr ein Feldlager.

«Kooperation für den Frieden» ist ein Zusammenschluss von 50 Friedensorganisationen in Deutschland. Die Nationale Friedens-Jirga Afghanistans umfasst den Angaben nach Stammesvertreter, religiöse Würdenträger, Intellektuelle und Politiker, vor allem aus dem Süden und Osten Afghanistans.

Die Nationale Friedens-Jirga Afghanistans sei bereit, die Gespräche mit Kommandeuren der Aufständischen in der Provinz Kundus jederzeit wieder aufzunehmen, hieß es. «Da von den Aufständischen die Bereitschaft zum Waffenstillstand abhängig gemacht wird von der Bereitschaft der Bundesregierung, an Gesprächen darüber teilzunehmen, sollte die Bundesregierung ein entsprechendes Signal geben», unterstrichen die Friedensorganisationen in ihrer Erklärung.

Die Bundesregierung müsse ihre Kampfhandlungen in Afghanistan stoppen und die Einsätze der Tornado-Staffeln abbrechen, hieß es weiter. Die Zahl der in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten dürfe nicht erhöht werden. Zudem müsse ein Ausstiegsszenario mit «festen Daten für einen raschen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan» vorgelegt werden.



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