Lammersdorf. Sobald die Religion ins Spiel kommt, hört für viele Menschen der Spaß auf, ganz gleich ob es sich um Christen, Buddhisten oder Muslime handelt. In einen solchen Fettnapf ist jetzt die Kinder- und Jugendtheatergruppe des Heimatvereins Lammersdorf getappt - ohne es zu wissen und Böses zu wollen.
Für ihre aktuelle Theateraufführung hatte sie sich das Märchen «Der kleine Teufel Eberhard» ausgesucht. Allein, die Titelrolle ließ sich partout nicht mit einem Jungen besetzen. Die Theatermacher, ganz schön pfiffig, schrieben die Story kurzerhand auf ein Mädchen um und machten auf dem «Teufel Eberhard» den «Teufel Fatima».
Die Plakate wurden mit der Version «Fatima» bedruckt, mit ihnen wurde in Grundschulen und Kindergärten geworben. Und auch auf den Eintrittskarten war ebenfalls vom «kleinen Teufel Fatima» zu lesen. So weit, so gut.
Tochter des Propheten
«Der Titel unseres diesjährigen Weihnachtsmärchens hat nun bei einigen Kindern und Eltern zu heftigen Irritationen geführt. Uns war nicht bewusst, dass der Name Fatima in anderen Religionen eine sehr große Bedeutung hat», schreibt Lothar Berger von der Theatergruppe in einer Pressemitteilung. Hat er aber, wie man im Internet nachlesen kann. Fatima, so erfährt der unwissende Westeuropäer, war die Tochter des Propheten Mohammed - und so fühlt sich der gläubige Muslim in seinen religiösen Gefühlen verletzt.
So hat sich denn auch eine muslimische Familie vehement über den Titel des Theaterstücks beschwert, wie Berger unserer Zeitung berichtete.
Die Lammersdorfer Theatermacher fielen aus allen Wolken und Lothar Berger versichert: «Zu keiner Zeit war es unsere Absicht, Andersgläubige zu beleidigen. Wir bedauern zutiefst, die Gefühle anderer verletzt zu haben und entschuldigen uns aufrichtig!»
Das hat zur Folge, dass jetzt am 12. und 13. sowie am 19. und 20. Dezember doch der «kleine Teufel Eberhard» über die Bühne wirbeln wird.
Die neuen Plakate sind bereits gedruckt und auch auf den Eintrittskarten ist der Fauxpas korrigiert.