Streit um Wildschweine in der Eifel: Anlocken und dann erschießen?
Von Ernst Schneiders
10.02.2009, 14:55
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Dedenborn. Wildschweine sind in aller Munde, und dabei handelt es sich nicht um Kochrezepte. In der Nordeifel sorgt das in großer Zahl vorkommende Schwarzwild für Ärger und erregte Debatten. Die Kreisjägerschaft und die Nationalparkverwaltung sind sich nicht grün.
Einige der Protagonisten auf beiden Seiten werden in diesem Leben gewiss keine Freunde mehr.
Angst um Bestände
Die Jagdpächter haben wegen der Nähe zum Nationalpark Angst um ihre Wildbestände. Die Kommunen haben Angst, dass sie wegen rückläufiger Wildbestände in den Revieren in Zukunft Schwierigkeiten bei der Verpachtung selbiger bekommen könnten. Die Landwirte sind längst sauer, beklagen die enormen Wildschäden und fürchten den Ausbruch einer Schweinepest.
Umstrittene Kirrungen
Immer mehr Bewohner der Eifeldörfer werden allmählich sauer, weil die Tiere auf Nahrungssuche bis in ihre Gärten kommen und dort aus dem sorgsam gepflegten Rasen in Windeseile einen Acker machen.
Der Umweltminister dieses Bundeslandes produziert, wie berichtet, einiges an Action, um die Schwarzwild-Populationen nicht nur einzudämmen, sondern auch zu kontrollieren, ob sich Forstbeamte und Jäger an seine Auflagen halten.
Als eine Möglichkeit, genügend Wildschweine vor die Flinte zu bekommen, gilt das so genannte Kirren. Bei solchen Kirrungen werden die nachtaktiven Tiere mit Mais angelockt. An diesen Kirrungsplätzen sollen die Jäger und Revierpächter Gelegenheit haben, die Bestände zu dezimieren, am besten in hellen Vollmondnächten. Man will schließlich sehen, worauf man schießt.
Und während eine Fraktion auf diese Art der Wildschweinjagd schwört, lehnt eine andere, ebenfalls große Fraktion sie als kontraproduktiv ab.