Sven Meyer: «Alle meine Schutzengel sind aufgebraucht»
Von Christoph Pauli
26.10.2009, 18:37
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Hamburg. In der Hamburger Schön-Klinik ist der Patient bekannt. Sven Meyer? «Ist das der Fan des FC St. Pauli, der so viel Glück gehabt hat?», fragt der Pfleger. Sven Meyer ist ein bisschen berühmt in Hamburg, vor vielen Jahren gründete er einen Fanklub.
Seit dem 17. August ist der 39-Jährige mindestens deutschlandweit bekannt. Ganz sicher hätte Meyer auf diese Popularität verzichten können. Er ist abgestürzt, sieben Meter tief. Es war das Ende eines fröhlichen Fußballspiels für St.-Pauli-Fans in Aachen. 5:0 hatte der Gast bei der Tivoli-Premiere gewonnen, die Mannschaft kam fröhlich in die Fankurve.
Meyer hat keine Erinnerung an den Unfall, er kennt Berichte, Bilder, Erzählungen, das Polizeivideo. Aber seine Erinnerung ist nicht zurückgekommen. «Ich weiß nicht, warum ich das Gleichgewicht verloren habe.»
Der Ablauf lässt sich nicht rekonstruieren. Vermutlich nie mehr. Es gibt keine eindeutigen Zeugenaussagen, die Leute haben gefeiert, auch Meyer hat «ein paar Bierchen getrunken». Es gibt Fotos, die zeigen das Entsetzen in den Gesichtern der Fans, die ihren Freund am Boden in einer Blutlache liegen sehen. Meyer schlägt hart auf: «Ich habe mit dem Kopf gebremst.» Das klingt fast lapidar, die Folgen sind gravierend.
Am Unfallort leisten die Notärzte und Alemannias Teamdoktor Alexander Mauckner Erste Hilfe. Die Notärzte intubieren, was schwierig ist aufgrund der dramatischen Gesichtsverletzungen. Mauckner reanimiert den Hamburger durch eine Herzdruckmassage. Meyer erleidet einen Schädelbasisbruch, das rechte Handgelenk ist ebenso wie die linke Speichel und ein Brustwirbel gebrochen. Ober- und Unterkiefer sind hinüber.