Aachen. Die offizielle Zuschauerzahl lag bei 20.200 Zuschauern, die inoffizielle Scout-Zahl bei 38, was ein kleiner Ligarekord sein könnte. Spione aller Vereine versammelten sich am Abend im Tivoli. Nicht nur, weil am Montagabend die Alternativen europaweit überschaubar sind.
Vermutlich wird sich auch herumgesprochen haben, dass bei Alemannias letztem Heimspiel ein 18-Jähriger eine beeindruckende Gala gezeigt hatte.
Das nächste Casting von Lewis Holtby verlief nicht so spektakulär. Die Partie gegen den MSV Duisburg endete 1:2. Aachen versiebte das siebtletzte Spiel am Tivoli.
Auf einen besonderen Gruß musste der bei seiner Abschiedsrunde diesmal verzichten. Beim ersten Heimspiel 2009 gab es noch ein putziges Tischfeuerwerkchen im Mittelkreis. Das für am Montag geplante Wunderkerzenspiel scheiterte am Einspruch der Feuerwehr.
Ob es daran lag, dass der Partie das richtige Feuer lange Zeit fehlte? Eine lange halbe Stunde blieben die Blöcke der vereinigten Scouts leer.
Die Verfolger beharkten sich munter im Mittelfeld, die Zweikampfdichte war hoch, die Chancendichte dagegen gering. Die Statistik weist die Keeper Thorsten Stuckmann und Tom Starke als die besten der Liga aus, Gelegenheit, ihren statistischen Ruhm zu mehren, bekamen sie am Montag nicht.
Eine Kopfball von Szukala nach einer Ecke von Achenbach landete neben dem Tor (8.), anschließend erlebten die Zuschauer die Weitschuss-Show von Matthias Lehmann. Aachens agiler Kapitän, von der Natur begünstigt mit einem kernigen harten Schuss, landete vier kümmerliche Versuche.
Eine halbe ereignislose Stunde war da schon vorbei, als Holtby erstmals auffällig wurde. Seine präzise Flanke von der linken Seite köpfte Szilard Nemeth aus vier Metern vier Meter übers Tor. Es war die letzte vergebene Möglichkeit in dieser Halbzeit.