Aachen. Ende März sind die beiden Parteien erneut verabredet. Alemannia trifft sich mit dem Berater von Lewis Holtby. Der junge Mann ist das funkelnde Juwel Aachens und wohl auch der 2. Liga. Der kleine Derwisch hat noch Vertrag in Aachen bis 2010, und der Klub würde liebend gerne über den übernächsten Sommer hinaus verlängern. Im ersten Anlauf im Herbst ist Aachen mit einem Angebot abgeblitzt, das der Berater als «unannehmbar» eingestuft hatte.
«Es gibt noch keine abschließende Entscheidung», sagt Aachens Manager Andreas Bornemann. Thomas Noack, Spielerberater von Holtby, will zum Stand der Dinge keine Auskünfte geben: «Wir sprechen momentan nur mit der Alemannia, und sobald hier ein Ergebnis vorliegt, wird dies von der Alemannia kommentiert.»
Aber nach Informationen unserer Zeitung sind die Würfel längst gefallen. Die interessierten Bundesliga-Klubs haben eindeutig mitgeteilt bekommen, dass Holtby Aachen im Sommer verlassen will. Dies bestätigen Manager, die in diesen Wochen mit dem Berater Kontakt haben.
Der Zweitligist hatte mit einem soliden Karriereplan versucht zu punkten. Während bei Bundesligisten die Versetzung in die zweite Mannschaft und die Amateurliga droht, warb Aachen mit vielen möglichen Einsatzminuten.
Der junge Flitzer hat gerade einmal 24 Liga-Spiele gesammelt, wurde in dieser Saison zum U18- und U19-Nationalspieler. Gegen Nürnberg gelang ihm vor einem Monat ein atemberaubender Nachmittag, seitdem gibt es in jedem Spiel eigens eine «Holtby-Kamera». Der junge Star bekam das gleiche Schuhwerk wie Franck Ribéry vom Ausrüster zur Verfügung gestellt, die Interviewanfragen stapeln sich.
Der Hype hat eingesetzt - und der Hochbegabte hat nach dem ersten «Spiel des Lebens» erkennbar an Leichtigkeit verloren. Keine Überraschung.
«Klar ist, dass wir finanziell nicht mithalten können», hatte Bornemann schon zu Beginn des Pokers festgehalten. «Aber klar ist auch, dass wir das Heft des Handelns in der Hand halten», bekräftigte er.
Nach Informationen unserer Zeitung sind Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg die wahrscheinlichsten Beutejäger.
Der Marktwert des Erkelenzers wird nach sieben Monaten auf der Bühne 2. Liga bereits auf etwa 1,5 Millionen Euro taxiert. Alemannia verliert wohl seinen Publikumsliebling - und muss sich mit der höchsten Transfereinnahme der Vereinsgeschichte trösten.