Alemannia gelähmt: «Wir haben uns in die Hosen gemacht»
Von Christoph Pauli
10.05.2009, 21:21
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Aachen. Der DFB kennt den Skandal seit fünf Jahren, aber er ignoriert ihn, vermutlich duldet er ihn sogar. Seit fünf Jahren tritt dieser VfL Osnabrück mit zwölf Spielern an. Spieler 12 trägt zur Tarnung meistens Jeans und Sweat-Shirt, macht sich erst beim Anpfiff erkennbar.
Dann wird aus dem Trainer Pele Wollitz wieder der Spieler Pele Wollitz, der am Spielfeldrand mitfiebert, die Mannschaft und das Publikum unglaublich pusht. Und der sich hin und wieder dabei ertappt, wie er mitten im Spielfeld steht und jubelt. Die Mannschaft - zumindest am Freitag - ließ sich bereitwillig von seinem Temperament anstecken.
Vermutlich ist er in der impulsiven Atmosphäre gut aufgehoben, am Freitag wurde er als Osnabrücks «Trainer des Jahrhunderts» vor der Partie gegen Alemannia Aachen ausgezeichnet. Den starken Auftritt gegen Aachen nutzte Wollitz aber umgehend, um ironisch mit seinen Kritikern abzurechnen. «Ich bin schon beeindruckt von dem Team, das während der Woche ja machen kann was es will. Das nichts lernt, nichts beigebracht bekommt und dann so ein Spiel abliefert.»
Gegner Aachen lieferte auch «so ein Spiel ab», räumte nicht nur Manager Andreas Bornemann ein. «Schwierig zu verstehen.» Gegen zwölf Osnabrücker waren die zehn Aachener (nach dem Platzverweis von Olajengbesi) hoffnungslos unterlegen. Die Spieler wirkten nicht, als hätten sie sich etwas Großartiges vorgenommen, sie traten gehemmt auf wie kranke Patienten.